Stadtbibliothek
Röthenbach a.d. Pegnitz

Nachlese

10.03.2026

Claudia Michelsen liest in der Karl-Diehl-Halle

Am Vorabend des Internationalen Frauentags lud die Stadtbibliothek in Kooperation mit dem Kulturamt Röthenbach zu einer Lesung in die Karl-Diehl-Halle ein. Die bekannte Schauspielerin Claudia Michelsen präsentierte einen unterhaltsamen Abend über das Leben der Filmdiva Markene Dietrich und begeisterte damit das überwiegend weibliche Publikum.

Vorab konnten sich die Gäste bei einem Glas Secco über den Verein Hilfe für Frauen und Kinder in Not Nürnberger Land e. V. informieren, der mit der Veranstaltung unterstützt wurde.

Im ersten Teil standen Dietrichs Kindheit, Jugend und ihr Weg zur internationalen Schauspielerkarriere im Fokus. Durch Zitate aus autobiografischen Schriften der Dietrich, ihrer 1924 gebordenen Tochter Maria Riva und Josef von Sternbergs entstand das Bild einer glücklichen Kindheit in Berlin, dem Wechsel zur Bühne nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Konzertgeigerin und ersten Filmrollen in den 1920er-Jahren. 

Ihr Durchbruch kam 1930 mit „Der Blaue Engel“. Danach folgte sie dem Regisseur Sternberg. Mann und Tochter ließ sie später nachkommen und kam ihrer Mutterrolle trotz ihres Images als Sexsymbol dabei immer nach.

Nach der Pause beleuchtete Claudia Michelsen Dietrichs Leben ab dem Beginn des Zweiten Weltkriegs: ihr Engagement für emigrierte Künstler, Truppenbetreuung für die US-Armee und die Beziehung zu ihrer großen Liebe Jean Gabin. Später wurden Filme, Bühnenauftritte als Sängerin sowie Unfälle und der Rückzug nach Paris thematisiert; Dietrich starb 1992, doch ihr Vermächtnis und die Faszination für den Mythos Marlene Dietrich bleibt.

Michelsens lebendige Lesung fesselte das Publikum, das gebannt lauschte, aber zeitweise auch schmunzeln musste. Am Ende stand ein vielschichtiges Porträt einer außergewöhnlichen Frau.